Warum sich etwas ändern muss...
Dümpeln Unfallquoten dahin und bewegen sich nicht mehr entscheidend weiter nach unten, muss nach neuen Strategien gesucht werden. Um neue Entwicklungsschübe auszulösen, muss jeweils neu überlegt werden.
Veränderungsprozesse verlaufen in der Regel nach vier Phasen:
--- Ignorieren (das Problem gibt es bei uns nicht)
--- Bagatellisieren (das Problem gibt es, ist aber verschwindend klein)
--- Konservativ lösen (es wird versucht das Problem mit den Mitteln zu lösen, die
es gegebenenfalls hervorgerufen haben)
--- Querdenken (kommt erst in Betracht, wenn die vorangegangenen Phasen
nicht gegriffen haben. (Zu frühes Querdenken wird belächelt)
Nachdem die ausgelösten Verbesserungsprozesse an Tempo verloren, wurden weitere Regeln gesetzt. Durch vermehrte Kontrolle und Bestrafung wurde ein weiterer Schub an Disziplin und verbesserten Unfallquoten ausgelöst.
Heute scheint allerdings ein Punkt erreicht, bei dem durch weitere Verschärfung kein großer Zugewinn zu erwarten ist. Nach der 80/20 Regel übersteigt der zu betreibende Aufwand den Nutzen bei weitem.
Der Ruf nach mehr Eigenverantwortung wird lauter.
Zu bedenken ist, dass jede weitere Regel Eigenverantwortung nimmt.
Insofern ist ein neuer Schub zu erwarten, wenn anstelle von eindimensionalen Vorgaben Korridore definiert werden. Korridore haben auch Grenzen, eröffnen aber auch Entscheidungsspielräume. Das wird nicht immer möglich sein, aber immer dann wenn es möglich ist, ist diese Variante prüfenswert.
Einfacher kontrollierbar sind Regeln, wenn sie für alle und immer gültig ist. Differenzierung ist aufwändiger. Allerdings ist ohne zusätzlichen Aufwand kein weiterer Entwicklungsschub zu erwarten.
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